Sonntag, 5. März 2017

La phase transitoire...

Übergangszeit. 

Man könnte es auch die Zeit zwischen den Stühlen nennen. Wenn ein Weg zu Ende ist und vor einem nichts liegt. Es geht steil eine Klippe hinunter.
Oder da ist eine Kreuzung mit mehreren Straßen, in denen man zwar etwas erwarten, sich aber nichts sicher sein kann. 
Irgendeinen Weg muss man einschlagen, sonst bleibt man stehen. Stillstand.

Nichtstun- kann ich nicht. Keinen Plan haben- ist neu für mich, gefällt mir nicht, stresst mich. 

Mein Praktikum neigt sich dem Ende zu, ich werde RENÉSIM Ende März nach 6 Monaten verlassen. Ich bin froh und stolz über die Zeit, die ich dort verbracht habe und die Dinge, die ich gelernt habe. Ich weiß jetzt, dass die Arbeit mir gut gefällt und ich mir den internationalen Kundenkontakt gut als Berufsperspektive vorstellen kann. 
Ich weiß aber auch, dass ich noch einmal Studieren möchte.
Ein Master, der mich genau für diesen Bereich spezialisiert, wird mir Türen öffnen und mir die Chance geben mich weiterzuentwickeln. 

Nun fängt der Großteil der Master zum Wintersemester an, was mich mit 6 Monaten freier Zeit zurücklässt. 
Und genau diese Übergangszeit lässt mich mit Fragen zurück, die man nicht so leicht beantworten kann. 

Mache ich einfach Pause, genieße den Sommer und investiere die Zeit in die Masterbewerbungen? 

oder

Mache ich noch ein weiteres Praktikum und sammle weitere Erfahrung, bevor es im Oktober dann mit dem Studium losgeht? 


Nach langem Hin und Her, nach vielen Gesprächen mit Familie und Freunden, habe ich mich für die zweite Option entschieden. Nichtstun- kann ich nicht. Wie ich bereits gesagt habe.
Ich brauche eine Aufgabe, habe mich an den Luxus eines regelmäßigen Einkommens gewöhnt, freue mich auf die Berufsperspektive, die ich bei Xing Events ab 1.04.2017 bekomme. 

Langsam wird es Frühling. Die Sonne zeigt sich immer öfter. Mir schmilzt ein großer Klotz vom Herzen. 
Ich freue mich auf den Frühling, den Sommer, neue Erfahrungen, die Münchner Sommernächte und Tage, Beachvolleyball, die geplanten Urlaube, meine nächste Reise, die ich bereits am Donnerstag antrete, Wiedersehen, neue Bekanntschaften, neue Geschichten, neue Inspiration, so ziemlich alles.


Freitag, 3. Februar 2017

La La Land ou le monde intact...

Eine Geschichte wie aus einem alten schwarz-weiß Klassiker: Mädchen trifft Jungen, sie verlieben sich und erobern zusammen die Welt. 
Das Ganze in knalligen Farben als Musical mit Songs zum Mitwippen und Dahinschmelzen ist LaLaLand. Ein toller Film mit zauberhaften Aufnahmen, der dazu einlädt ganz in seine Welt einzutauchen. 
Nun ist dieser Film dieses Jahr für 14 Oscars nominiert. 
Berechtigt oder nicht, stellt sich doch die Frage warum gerade dieses Jahr ein Musical über die heile Welt so groß beworben und gefeiert wird? 
Ein Film, in dem das Problem der Hauptpersonen nur das eigene Scheitern an der Verwirklichung ihrer Träume ist. 
Ein Film, bei dem man höchstens Liebeskummer und den ein oder anderen Ohrwurm fürchten muss. 
Ein Film, der einen der Realität entfliehen und träumen lässt. 

Braucht unsere Welt genau das? Die Vorstellung einer heilen Welt, weil wir es schaffen die, die wir haben vollends zu verkorksen? Brauchen wir eine Ersatzwelt, in der es keine Krisen, keine Kriege und keine Einreiseverbote gibt? 

Mir persönlich hat der Film gut getan. Er ist wie Balsam für die Seele wie so viele meiner Lieblingsfilme. Er zeigt uns, dass es die große Liebe wie in alten schwarz-weiß Klassikern auch heute noch gibt. Oder zumindest die Sehnsucht danach. 
Und um diese Sehnsucht geht es doch auch, Es geht darum, dass wir uns alle genau nach dieser heilen Welt sehnen. Nach der perfekten sternenklaren Nacht, nach dem perfekten Lied, nach dem richtigen Tanzpartner, nach unserer Berufung, nach den Dingen im Leben, die Spaß machen. 

Leid, Krieg, Angst, Horror, davon sehen wir täglich in den Nachrichten genug. 
Dafür müssen wir nicht ins Kino gehen.
(So schnell kann aus einer Filmreview eine Gesellschaftskritik werden.)

Here's to the fools who dream

Dienstag, 24. Januar 2017

4 days in Lisbon - #EatShopNapPartyEnjoy

Unsere eigene Version von #EatPrayLove

Für vier Tage tauschten meine Freundin Lena und ich die eisige Kälte gegen den portugiesischen Sonnenschein. Den Alltag gegen eine Entdeckungsreise durch eine atemberaubende Stadt. Den Stress gegen ganz viel Entspannung, Freizeit, Genuss und Spaß.
Gegessen haben wir gut und viel.
Gebetet haben wir nur, dass die Sonne scheint, was sie dann auch tat.
Verliebt haben wir uns in diese Stadt, mit allem was sie zu bieten hat.
Aber vor allem haben wir diesen Urlaub genutzt, um unsere Energielevel wieder aufzufüllen.

Hier ein kleines Resumé:

gefreut: habe ich mich schon als ich am Donnerstag ins Flugzeug stieg über das Feriengefühl; über den Blick aus dem Flugzeugfenster; auf das Meer und den blauen Himmel; über das Wiedersehen mit Lena; über ganz viel gutes Essen (später ausführlicher); über die Sonne; über die Shoppingausbeute (ebenfalls ausführlicher); über unser Granny-Life und unsere jugendliche Partynacht
gelesen: den Reiseführer (sporadisch); den Roman "Rendezvous im Café de Flore"- ebenso kitschig wie schön

gesehen: die wichtigsten Ecken von Lissabon (Baixa, Alfama, Chiado) auf einer 3-stündigen Walking-Tour (Website der Free-Walking-Tour); kleine Gassen und Plätze auf eigene Faust (z.B. Belém); viele schöne, interessante Menschen
gekauft: einiges - obwohl ich nur mit Handgepäck unterwegs war, aber egal ob Stradivarius, Pull&Bear, Zara, Bershka etc. überall waren Saldos (eine Art Schlussverkauf) mit bis zu 70%-Reduzierung

gehört: zwei Lieder- immer und immer wieder: Ed Sheeran "Castle on the Hill" & "Shape of You"

gerochen: Orangen, die im Januar schon reif sind; frische Wäsche, die die Menschen zum Trocknen raushängen; das Meer, obwohl es eigentlich nur der Fluss Tejo war
getragen: meine neuen Sachen gleich zum Pub Crawl durch das Bairro Alto (ja man trinkt dabei viel billigen Alkohol, man lernt keine Einheimischen kennen und man hat am nächsten Tag ein klitzekleines bisschen Kopfweh- aber man hat definitiv Spaß)

gedacht: "Kann eine Stadt noch schöner sein?"; "Sind wir wirklich schon so alt und so lange befreundet?"; an die guten, alten Zeiten; und die Zukunft; und manchmal an nichts, was besonders gut tat

gefeiert: in einem Club, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe und der nicht erwähnenswert ist; zu den Klassikern; #youngwildfree #partyallnight

gegessen: sehr gut! Wir haben diesen Trip vom ersten Tag an zu einer Schlämmertour durch Lissabon gemacht. Einige Adressen:
  • "Zé dos cornos" : Sehr unscheinbar, eher wie ein Imbiss von außen; einheimisch und richtig portugiesisches Essen (Fisch und Fleisch); sehr nettes Personal
  • "Petisqueira conquistador": Sehr nettes Bistro, eignet sich für einen Mittagsessen in der Nähe des Castelos, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • "Royale Café": Sehr stylisches Lokal mit nettem, jungen Personal; toller, weißer Sangria; super leckeres Essen, im Sommer kann man im Innenhof schön sitzen
Highlights: 
  • "Mercado da Ribiera- Time out Market": Verschiedene Stände mit dem besten Essen der Stadt; tolle Auswahl; nur zu empfehlen
  • "The Decadente": Unser Lieblingsrestaurant; sehr idyllisch gelegen; Innenhof für den Sommer; hervorragendes Essen zu fairen Preisen 
gelacht: über Menschen, die wir heimlich beobachtet haben; über uns selbst beim Beobachten; über wirklich viel und eigentlich nichts; es hat uns mindestens genauso viel Energie gegeben wie die Sonne

Es wird sicher nicht der letzte Besuch in dieser Stadt sein, denn wir haben uns, wie gesagt, ein bisschen verliebt.
Jetzt heißt es erstmal stark sein, denn #winteriscoming #andnotleavingsoon

Samstag, 24. Dezember 2016

Je fais le bilan...

Ich ziehe Bilanz. 

Es ist der 24. Dezember 2016. Heute feiere ich Weihnachten. 

Es sind nur noch 7 Tage, dann ist das Jahr 2016 auch schon wieder vorbei. In einem ruhigen Moment lässt mir das Zeit, Bilanz zu ziehen. Dieses Jahr hat viel bedeutet: Zurückkehren, Veränderung, den Ernst des Lebens, harte Schläge, positive Wendungen, Freundschaften neue und alte, Spaß, Erwachsenwerden...

Wenn ich mir die Liste meiner Vorsätze für 2016 anschaue, dann bin ich relativ zufrieden. 
Seit Januar diesen Jahres singe ich wieder einem Chor und habe damit der Musik in meinem Leben wieder mehr Platz verschafft. Sport hat ebenfalls wieder einen großen Platz in meinem Alltag eingenommen. Ich habe mich wieder in meine frühere Volleyballtruppe eingefunden und habe mit ihnen mehr Spaß denn je. 
Reisen gab es 2016 auch ein paar. Für 2 Monate lebte ich in Brüssel und reiste von dort aus das schöne Belgien ab. Mit meinen liebsten Kommilitoninnen reiste ich im April nach Prag und genoss ein witziges Wochenende. Für einen kurzen, mit Wiedersehensfreude getränkten Besuch in Berlin war zum Glück auch Zeit. Mit meinem Freund ging es dann Mitte September noch für unvergessliche Tage ins wunderschöne Irland. Und zu guter Letzt stattete ich Regensburg einen Besuch ab. Meine zweite Heimat ist nämlich dieses Jahr zu einem Reiseziel geworden, wo ich immer gute Freunde treffen und die Schönheit der Stadt genießen kann. Natürlich war auch hier die Wiedersehensfreude groß.
Ich wäre gerne noch viel mehr gereist, aber dank eines anderen Punktes auf der Liste von Vorsätzen war mein Sommer nur eingeschränkt genießbar: Bachelorarbeit. Ich habe mich durchgerungen, sie zu schreiben. Nachdem die Vorarbeit geleistet war und ich mich endlich dem Schreiben widmen konnte, war es ok. Es hat sogar zeitweise Spaß gemacht, wenn sich die Seiten mal ein bisschen einfacher gefüllt haben. 
Meinen Plan für die Zukunft habe ich dann auch gemacht. Es hat sich ziemlich früh entschieden, dass ich nicht ohne Unterbrechung mit einem Masterstudium anfangen wollte. Mir reichte es erstmal mit Studieren. Und wenn ich etwas nicht mit vollem Herzen und voller Überzeugung mache, dann lieber gar nicht. Deshalb habe ich mir ein Praktikum gesucht und glücklicherweise auch direkt in meiner Heimatstadt München gefunden. 
Hier arbeite ich seit 2 Monaten bei RENÉSIM, einem Juwelier, der unter anderem auch viele französische Kunden hat. Für die Zeit nach dem Praktikum steht noch kein Plan fest, aber das hat noch Zeit bis 2017. 
Leider fiel durch das Praktikum sehr viel Zeit weg, die ich gerne für ein neues Hobby, kulturelle Aktivitäten oder kulinarische Entdeckungsreisen genutzt hätte. Leider ist auch der Blog sehr, sehr kurz gekommen. Deshalb steht dieser für die Vorsätze im Jahr 2017 ganz weit oben. 
Aber durch die fehlende Freizeit konnte ich immerhin einen weiteren Punkt erfolgreich abarbeiten: weniger Serien. Aber auf die nächste Staffel Game of Thrones 2017 freue ich mich schon und dafür nehme ich mir die Zeit gerne. 
Und zu guter letzt, habe ich den Punkt: Das Leben genießen auch in diesem Jahr ausgelebt. 

Das Jahr 2017 wird hoffentlich von weniger dramatischen Ereignissen heimgesucht. Ich hoffe, dass wir alle von den schrecklichen Ereignissen wie in Brüssel, Nizza, Paris, Berlin, Syrien... verschont bleiben. Ich hoffe, dass der Brexit ein Phänomen für sich bleibt und ein Präsident Trump uns alle positiv überrascht. Ich hoffe, dass sowohl die Franzosen als auch wir Deutschen eine vernünftige Entscheidung bei den bevorstehenden Wahlen treffen. Ich hoffe, dass die Welt 2017 zu einer besseren wird. Ich kann nicht mehr als hoffen und es mir wünschen. 
Aber heute ist Weihnachten und das ist mein Weihnachtswunsch. 

Ich wünsche euch allen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten!


Mittwoch, 9. November 2016

Une année de cauchemar...

Dieses Jahr ist wie eine Ansammlung von Albträumen
Immer wieder passieren Dinge, von denen ich mir wünsche, sie wären nur geträumt. 
Ich fühle mich wie im falschen Film, kann mir nur die Augen reiben, bin sprachlos. 

Angefangen damit, dass im März, als ich in Brüssel war, ein islamistischer Anschlag verübt wurde. Damals saß ich am Frühstückstisch und konnte nicht fassen, dass das der Ort sein sollte, wo ich nur Tage davor meine beste Freundin freudestrahlend empfangen hatte. Nur 500m von meinem Arbeitsplatz entfernt, passierte das zweite Attentat und ich konnte nur online verfolgen was sich da, direkt vor dem Büro, auf der Straße abspielte. 
Ich war wie in Trance, realisierte erst durch besorgte Nachrichten und Anrufe, dass ich wirklich mitten im Geschehen war. 

Im Juni folgte dann ein weiterer Moment, in dem ich mir nichts sehnlicher wünschte als aufzuwachen. Der Brexit wurde Wochen, sogar Monate vorher diskutiert und breit getreten und ich als stolze Europäerin dachte mir, man könnte gar nicht anders als die Vorteile der EU zu sehen. Prognosen sahen alle das Verbleiben der Briten in der Europäischen Union voraus und so konnte ich eigentlich gut schlafen. Am Morgen darauf kam dann das böse Erwachen. Großbritannien hatte für den Brexit gestimmt. Schlechte Wahlbeteiligung. Knappes Ergebnis. Entsetzen. Wut. Spott. 

Und heute, am 9.11.2016, frage ich mich wirklich, wohin das alles noch führen soll? 
Die Welt ist unberechenbar geworden. Gesunder Menschenverstand ist dahin. Politik ist kein Miteinander sondern ein Gegeneinander geworden. Ein Name lässt mir einen Schauer kalt den Rücken herunterlaufen: 
Trump. Präsident Donald Trump. 
Das hört sich nun wirklich nicht realistisch an. Eher wie in einem sehr schlechten Film. Einer Reality Show. Einer Satire. Vor gut einem Jahr, als er anfing zu kandidieren, war es auch nicht mehr als ein schlechter Scherz. Dann wurde es Ernst. Sein Wahlkampf wurde verletzend, bodenlos, rechtswidrig. Und er bekam immer mehr Zuspruch. 
Gestern Abend war ich trotzdem überzeugt, dass es noch ein bisschen Vernunft gibt. In Amerika. Auf der Welt. Ich bin mit dem sicheren Gefühl eingeschlafen, dass Amerika heute seinen ersten First Husband feiern kann.

Seit heute Morgen habe ich mich geweigert aufzuwachen. Möchte lieber weiter in meiner Traumwelt der Traumfabrik bleiben. Möchte nicht wahrhaben, dass es dazu kommen konnte.
Hohe Wahlbeteiligung. Unverständnis. Gefühlslosigkeit. Ich kann nicht darüber lachen, wie so viele es tun in sozialen Netzwerken. Kann nicht weinen. Nicht mal wütend sein. 
Ich kann es schlichtweg nicht akzeptieren. Will es nicht wahrhaben. 

Wie es jetzt weitergeht, weiß ich nicht. Kann es nicht wissen. Niemand kann das. 
Am liebsten würde ich weiter schlafen, denn Aufwachen bedeutet in einem Albtraum zu leben.  

Samstag, 5. November 2016

Le temps...

Zeit. 
Zeit für mich. Zeit für dich. Zeit für euch. Zeit für uns. 
Ich habe keine Zeit. Ich nehme mir die Zeit. Wie die Zeit vergeht. 
In letzter Zeit bist du so anders. Ich bin jederzeit für dich da. 

Zeit. 
Sie ist etwas, das man nicht steuern, nicht beherrschen, nicht beschützen, nicht anhalten kann. 
Sie vergeht. Immer gleich schnell. Auch, wenn es uns nicht so vorkommt. 
Jeder Tag hat 24 Stunden. Jede Stunde hat 60 Minuten. Jede Minute, 60 Sekunden... 
Dein Tag hat genauso viele Stunden wie meiner. Wie machst du das nur alles? 

Das Jahr ist wie im Zeitraffer an mir vorbeigezogen. Ich habe mich noch gar nicht daran gewöhnt das neue Jahr als Datum aufzuschreiben. Und dann steht vor der 16 schon eine 11. Es ist bereits November. Wo ist sie hin, die Zeit? 

Wenn ich zurückdenke, ist es nicht so, als ob ich das ganze Jahr nichts gemacht hätte. Ich habe ein Praktikum in Brüssel gemacht, bin in eine neue Regensburger Wohnung gezogen, habe meinen Bachelor abgeschlossen, hatte einen tollen Sommer, bin wieder nach Hause gezogen, habe mir einen Lebenstraum erfüllt und bin nach Irland geflogen, habe mein neues Praktikum angefangen. 

Ich bin nicht tatenlos. Ich bin nur zeitlos. Mein Tag hat weiterhin 24 Stunden. 8 davon verbringe ich mit schlafen, manchmal auch 9. Ich habe das Schlafpotential eines Kleinkinds. Vor allem seit ich weitere 8 Stunden meines Tages arbeite. Manchmal vergeht diese Zeit wie im Flug. Manchmal eher träge. Aber jeden Tag vergehen 8 Stunden, in denen ich mich um alles mögliche kümmere. Ich telefoniere, schreibe unzählige Mails, kümmere mich um ihre Probleme, organisiere, koordiniere, tippe. 
Die restlichen 8 Stunden meines Tages verbringe ich damit mein Leben zu führen. Ich nehme mir Zeit für den Sport, für Freunde, für die Familie, für ihn, für uns. Für alles. Und ich tue es gern. 

Nur wo bleibt die Zeit für mich? Ich brauche Entschleunigung. Brauche Zeit, um meine Gedanken zu ordnen. Brauche Zeit, um mir darüber klar zu werden, was ich will. Was ich vom Leben erwarte.
Brauche Zeit, um einfach mal nichts zu machen. Einen Spaziergang machen. Tee trinken. Ein Bad nehmen. Eine Serie gucken, einen schnulzigen Film. Selfie-Time. 
Allein mit mir und nur mit mir.

Zeit. 
Ich nehme mir die Zeit. 
Ich nehme mir die Zeit für mich. 
Nur für mich. 


Dienstag, 1. November 2016

Des étincelles et des flammes...

"Nennen Sie Ihre Stärken und Schwächen"- ein Satz, der wohl in so gut wie jedem Bewerbungsgespräch vorkommt. Leichter gesagt, als getan. 
Meine Stärken sind meine Zuverlässigkeit, meine Hilfsbereitschaft, meine Loyalität, meine Disziplin und meine Arbeitsmoral.
Ich kann aber auch sehr gut komplett verrückt sein, über die dümmsten Witze stundenlang lachen, viel trinken, die Nacht durchtanzen, lästern, reisen, spontan sein, mich über Kleinigkeiten aufregen, ausrasten, eingeschnappt sein. 
Ach Moment, jetzt bin ich ja schon wieder bei den Schwächen angekommen. Die Grenze ist oft verschindend gering. Ich bin ungeduldig, kann oft nicht stillsitzen, muss immer etwas zu tun haben. Ich kann manchmal nicht aufhören zu reden. Nicht nur manchmal. Ah ja und ich bin schlecht in Mathe. Zumindest habe ich mir das schon immer eingeredet.

Ich brauche Bestätigung. Wenn ich etwas richtig mache, will ich dafür Lob bekommen. Brauche die Gewissheit, dass mein Gegenüber verstanden hat, dass ich etwas auf dem Kasten habe.
Die Kritik, wenn ich etwas verhauen habe, ist oft schmerzlich. Ich nehme sie an, lerne aus meinen Fehlern, arbeite an mir, versuche mich zu verbessern, über mich hinauszuwachsen. Es ist nicht einfach zu hören, dass man einen Fehler gemacht hat. Und ich kann mir meine Fehler oft nicht eingestehen. Weil ich nicht fehlerhaft sein will. Wer will das schon?
Aber Fehler gehören nun mal zum Leben. Je früher man sie macht, desto besser kann man sie ausbügeln.
Und selbst wenn alles in Flammen steht, weiß man fürs nächste Mal wie das Feuer schon in seiner Entstehung erstickt wird.

Fast einen Monat ist es jetzt her, dass ich mein Praktikum begonnen habe. Innerhalb eines Monats habe ich meine Stärken um Diamant- und Edelsteinkenntnisse vergrößert (ich mache übrigens ein Praktikum bei RENÉSIM Fine Jewellery in München), habe gelernt mit einem Mac-Book richtig umzugehen und halbwegs gelassen zu bleiben, wenn die Sbahn mal nicht kommt.
Meinen Schwächen musste ich mich auch stellen, konnte nicht so schnell mit dem Kopf durch die Wand, wie ich es gerne wollte. Hatte noch nicht genug gelernt, nicht genau genug aufgepasst. Ich war zu ungeduldig und musste gebremst werden.
Einen großen Eimer Wasser ins Gesicht, dass die Flammen nicht zu lodern beginnen.
Ich habe mich gefühlt wie ein begossener Pudel. Aber auch umso besser, als ich gemerkt habe, dass ich daraus gelernt habe.

Jetzt wird es jeden Tag besser. Ich lerne dazu und werde immer sicherer im Auftreten mit den Kollegen und den Kunden. Ich weiß jetzt wie ich mit Funken umzugehen habe. Und bald werden auch lodernde Flammen kein Hindernis mehr sein.
Glühendes Abendrot am Oysterbed Pier, Sneem (IE)