Dienstag, 21. April 2015

La vie en bleu azur...

Letzten Freitag haben unsere wohlverdienten Ferien begonnen und meine Mitbewohnerin Jule (chez-mlle-jules.blogspot.com) und mich zog es schon wieder in den Süden. Zuerst nach Montpellier und danach zu unserer Freundin Ramona an die Côte d’Azur.

Mit Mitfahrgelegenheit brauchten wir 3,5 Stunden nach Montpellier, wo wir zuerst einmal unsere Koffer bei unserem AirBnB abgaben. Die Wohnung war sehr schön und perfekt gelegen, leider nur sehr dreckig. Wir entschieden schnell, dass wir dort wohl nicht duschen würden. Für eine Nacht war das schon mal ok.
Dann ging es mit der Stadterkundung los. Wir starteten am Place de la Comédie, der so eine Art Zentrum von Montpellier ist. Von dort aus führte es uns über die Esplanade Charles de Gaulle, mit einem kurzen Abstecher im Jardin du Champs de Mars hin zum Maison des Relations Internationales Nelson Mandela, das wir uns vor allem wegen seinem idyllischen Garten genauer anschauten. Im Garten wurden wir zwei Grazien prompt von einem älteren Herrn dazu eingeladen, eine Photographieausstellung im Maison anzusehen. Wir bewunderten die gelungenen Werke, fühlten uns dann aber schnell fehl am Platz, weil alle Anwesenden Gäste sich gegenseitig kannten und wir nur einsam in der Ecke standen.
Wir setzten also unsere Tour durch die Gassen der Altstadt von Montpellier fort.
Die Stadt erinnerte uns sehr an Regensburg. Montpellier ist die Studentenstadt schlechthin in Frankreich. Das merkten wir zum einen daran, dass überall junge Leute zusammen in Cafés oder Bars saßen und zum anderen daran, dass die Cafés preiswert und teilweise sehr alternativ waren. Es gab sogar vegetarische Lokale, was in Frankreich wirklich eine Seltenheit ist. Auch Cafés, wie wir sie aus Regensburg kennen und lieben, findet man nur selten im Rest von Frankreich. Die meisten Cafés sind gleichzeitig Brasserien oder Bars und verbreiten leider nicht diese angenehme Kaffeeklatschstimmung.

In Montpellier fanden wir genau diese Stimmung auf jedem der vielen, kleinen Plätze, die sich wie Oasen in einer Wüste aus süßen Gässchen auftun. Auf diesem Wege fanden wir das Château d'Eau, das Aquädukt Saint-Clerment oder den botanischen Garten Jardin des plantes
Aber auch das Nachtleben von Montpellier kann sich sehen lassen. In der Bar Cubanito starteten wir unseren Abend zu Latino-Rhythmen und (schlecht-)englischen Lebensweisheiten. Weiter zogen wir ins Al Andaluz, wo wir uns das Angebot von 1/2 l Mojito für 5€ nicht entgehen ließen. Mit unseren neugefundenen Freunden ging es dann noch ins Panama, wo wir den Abend ebenfalls zu heißen Rhythmen tanzend ausklingen ließen.
Unsere Aufenthalt in Montpellier hatte sich echt gelohnt und wir sind froh dieses Abstecher gemacht zu haben.
Die Straße, die es uns besonders angetan hatte, die Rue de la Fontaine, mit ihren süßen Restaurants (wie das "La Prairie Mimosa") und den geschmackvollen Second-Hand-Läden.
Der Bürgermeister von Montpellier, Philippe Saurel, hat den Charme seiner Stadt, wie ich finde, treffend zusammengefasst:
"Montpellier: 
Südfrankreich, Stadt mit Kulturschätzen aus vergangenen und modernen Zeiten, Mediterraner Knotenpunkt, ein außergewöhnliches Reiseziel mit Charakter, ein Ort der Begegnungen, des Wissens und der Leidenschaft." 
Samstag verließen wir das schöne Montpellier auch schon wieder und begaben uns mit Mitfahrgelegenheit Richtung Nizza. Unser Fahrer Jéremie, der selbst aus dem Norden Frankreichs stammte, kannte sich in seiner Wahlheimat in der Nähe der Parfumhauptstadt Grasse hervorragend aus und bat uns an, uns die Gegend zu zeigen. Am Ende der Fahrt hatten wir eine Tour für Mittwoch vereinbart. 
Bei Ramona angekommen, fielen wir nach einem kurzen, gesprächsreichen Abendessen schnell ins Bett. 
Sonntags schauten wir uns Nizza an: den Strand, den Markt in der Altstadt, die Basilique-Cathédrale Saint- Réparate, den Hafen und den Park du Château, von wo man eine traumhafte Aussicht über die Gegend hat. 
Auch kulinarisch verwöhnten wir uns mit Socca (einer Kichererbsen-Spezialität aus Nizza) und Gelato von Fenocchio, wo es 300 Eissorten zum probieren gibt (darunter: Bier, Rose, Tomate-Basilikum und Nutella). Den Tag ließen wir ganz entspannt mit einer Flasche weißem und süßem Wein am Strand ausklingen. 
Montag zogen Jule und ich dann auf eigene Faust los. Ziel: Monaco. Glücklicherweise gibt es die Ligne d'Azur, einen Bus, der einen entlang der Côte d'Azur überall hinbringt für 1,50€/Fahrt. Nach 45 min turbulenter Busfahrt kamen wir in Monaco an und fühlten uns prompt von den Enge und Überladenheit des zweitkleinsten Staats der Welt erschlagen. Wir hatten noch nie so viele Hochhäuser zusammengequetscht gesehen. 
Erstmal besichtigten wir die Festung des Vieux Monaco, das leicht erhöht liegt. Pünktlich zur Wachablösung standen wir vor dem Palais, in dem Albert, Charlène und die Zwillinge hausieren. Das Scenario, das wir dort zu sehen bekamen, war eher belustigend. Nachdem wir ein bisschen die Aussicht im Jardin Saint-Martin genossen hatten und die Cathédrale, in der Grace Kelly und Fürst Rainer geheiratet hatten, suchten wir uns ein halbwegs preiswertes Restaurant zum Mittagessen. Nachmittags schlenderten wir noch durch den Jardin exotique von Monaco, der die 3,80€ Eintritt (für Studenten) mehr als wert ist und in dessen Grotte wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. 
Grotte im Jardin Exotique
Am Abend waren wir bei einem Kommilitonen von Ramona zum Grillen eingeladen. Von seinem Haus in den Bergen von Nizza konnten wir den Sonnenuntergang bewundern und ein gutes Essen genießen. 

Dienstag machten wir uns extra früh auf den Weg zum Bahnhof. Wieder hatten wir viel vor. Wir wollten Cannes und die Insel Sainte-Marguerite sehen.  
Mit einer Stunde unbegründeter Verspätung kamen wir in Cannes an, sahen aber zuerst nicht sehr viel von der Stadt, weil wir uns beeilen mussten, unser Boot zur Insel zu erwischen.
Die Insel ist sehr grün, das Meer ist türkis-blau und der Himmel war wolkenlos. Wir besichtigten die Festung Fort Royal, wo der sagenumwobene Mann mit der Eisernen Maske im Gefängnis saß. Dann schlenderten wir noch ein bisschen am Strand entlang und entspannten am Meer. Zurück in Cannes, wollten wir die historische Seite der Stadt entdecken, also Kirche und Burg. Das "Alte Cannes" steht im starken Gegensatz zur modernen Stadt, in deren Mitte der Filmpalast, von Einheimischen liebevoll "Bunker" genannt, prunkt. Die Filmfestspiele von Cannes starten dieses Jahr am 12. Mai und sogar mein Lieblingsschauspieler und Traummann Ryan Gosling war letztens Jahr dort. Nach dem Sightseeing wollten wir noch ein bisschen Bummeln gehen. Die Shopping-Straße für die großen Geldbeutel (La Croisette) ist klar von der für den eher kleineren Geldbeutel (Rue d'Antibes) getrennt. In der Letzteren wurden wir schon eher fündig, zum Beispiel
bei Pull&Bear und Co.

Mittwoch hatten wir dann unser Rendez-vous mit Jéremie in Grasse, welches wegen interkultureller Verständigungsschwierigkeiten beinahe geplatzt wäre. Wir fuhren wieder mit dem Bus, der diesmal sogar so brav fuhr, dass ich ein Nickerchen machen konnte. In Grasse schauten wir uns erstmal das Musée International de la Parfumerie an. Der Eintritt ist für Studenten 2€ und lohnt sich schon wegen der hervorragenden Sanitäranlagen. Das Museum ist gut strukturiert und führt den Besucher durch die Geschichte des Parfums, von den alten Ägyptern bis hin zu Coco Chanel und Christan Dior. Es gibt interaktive Elemente, wo man Düfte erkennen oder vergleichen muss und eher theoretische Teile, wo die Parfumherstellung erklärt wird oder man etwas über die Geschichte des Museumsgebäudes erfährt.
Nach dem eineinhalb-stündigen Besuch gingen wir noch über den Grasser Markt und schaut uns die Parfümerie Fragonard an, die in Grasse ein richtiges Monopol hat. Es gibt nicht nur Parfum sondern auch Mode für jung und alt und Einrichtungsgegenstände.
Anschließend trafen wir uns mit Jéremie zum Pizzaessen. Wir luden ihn ein und er versprach uns eine außergewöhnliche Tour, die man so von keiner Touristentourorganisation bekommt. Er hielt, was er versprach. Zuerst zeigte er uns sein Zuhause, wo uns vor allem der Garten sehr beeindruckte. Dann führte er uns in den Wald, wo uns schon ein bisschen mulmig wurde, doch dann standen wir vor einer gigantischen Brückenruine, die während des Zweiten Weltkriegs von Résitance-Kämpfern zerstört wurde, um den Deutschen den Zugang zu ihrer Region zu verhindern. Dieser Ort ist völlig in Vergessenheit geraten und auch im Internet finde ich nichts darüber. Uns wird er aber für immer im Gedächtnis bleiben. Dann fuhren wir in die Berge über Cabris nach Gourdon, dann nach Tourrettes sur Loup, an Saint Paul de Vence vorbei, über Cagnes sur Mer wieder nach Nizza. Vor allem Gourdon, ein mittelalterliches Bergdorf mit eigener, parfümierter Quelle, hat es uns besonders angetan. Auf diesem Ausflug entdeckten wir eine völlig andere Seite der Côte d'Azur, die nicht von Touristen überlaufen ist oder von Reichen zugebaut wurde. Hier leben die richtigen Franzosen mit ihren Schafen, hier kann man relativ günstig Essen gehen, hier findet man noch unvermarktete Naturschätze und sogar den Weg ins Paradies.

An unserem letzten Tag an der Côte d'Azur zeigte sich zum ersten Mal nicht schon morgens die Sonne. Generell war es viel frischer als an den vergangenen Tagen. Perfekte Bedingungen für eine Wandertour. Auf den Spuren den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche ging es den steilen Weg zum Bergdorf Eze hinauf. Entlang des Weges, den man idealerweise mit Wanderschuhe bestreitet, den wir aber auch mit Chucks überstanden haben, findet man immer wieder Tafeln mit Zitaten Nietzsches aus seinem Werk "Also sprach Zarathustra". Teile davon soll er auf diesem Weg geschrieben haben und auch die Wanderer die nach ihm diesen Weg bestreiten, nehmen seine Worte auf ihrem Pfad mit. Nachdem wir nach 1,5 Stunden Anstieg mit hochroten Köpfen oben ankamen, waren wir schon sehr stolz auf uns. Von den meisten Faulen, die das Auto auf der Fahrstraße genommen hatten, wurden wir zwar missbilligend beäugt, von allen Leidensgenossen mit ebenfalls roten Wangen jedoch aufmunternd angelächelt.
Pünktlich als wir oben waren, zeigte sich dann doch noch die Sonne und wir genossen die Aussicht. Eze ist ein kleines Künstlerdorf, wo es außer Ateliers nur Hotels, Restaurants und Souvenirläden gibt. Es war zum Glück nicht sehr überlaufen und so konnten wir entspannt durch die Gässchen laufen. 

Eigentlich hatten wir noch einen Sprung ins Meer geplant, aber weil es nach dem Abstieg sogar das Regnen anfing, wurde dieses Erlebnis auf unseren nächsten Côte d'Azur-Besuch verschoben. 
Wir kommen wieder! 
Vielen Dank nochmal an Ramona für ihre Gastfreundschaft trotz Unistress. Es war wirklich schön dich zu sehen und dein Leben in Nizza mitzuerleben.
Vorerst sind meine Urlaube im Süden Frankreichs erstmal beendet. Diese Woche mache ich mal wieder Urlaub in der Heimat. Nächste Woche beginnen schon die Prüfungen in Clermont und in einem Monat verlasse ich Clermont-Ferrand endgültig. Bis dahin heißt es YOLO, unsere To-Do-Liste muss abgearbeitet werden und das Leben in Frankreich muss nochmal so richtig genossen werden. 

Mittwoch, 8. April 2015

La vie est plus belle au soleil...

Le weekend dans le sud.

Ostern verbrachte ich wie schon angekündigt im Süden Frankreichs, hauptsächlich im schönen Örtchen Vinon-sur-Verdon bei der Familie unseres Kommilitonen Guillaume. 

Freitag nach dem Unterricht packten wir, die "Heiße WG", unsere sieben Sachen in die Autos von zwei Mitfahrgelegenheiten, die uns nach Aix-en-Provence bringen sollten.
Schon nach zwei Stunden Autofahrt wurde die Landschaft mehr und mehr mediterran und das Wetter besser und besser. Als wir dann in Aix ankamen, war das Sommerfeiernfeeling perfekt, weil es um 18 Uhr abends noch 18°C hatte und wir gemütlich auf dem Place de la Rotonde einen Drink einnehmen konnten.

Nach einem kleinen Spaziergang durch die Gassen der Aixer Altstadt fuhren wir nach Vinon. Das Haus unseres Freundes hätte südlicher nicht sein können. Über einen Kiesweg fährt man in den Hof hinter dem eine große,wilde Wiese mit einem (noch leeren) Pool auf einen warten. Im Haus tummeln sich an jeder Ecke Katzen und zwei junge Hunde spielen im Garten. Einer von beiden ist gerade mal drei Monate alt und verhält sich auch noch wie ein richtiges Baby (noch nicht ganz stubenrein).
Für mich als Tiernarr war dieses Haus ab der ersten Minute ein Paradies. Tiere geben jedem Haus Seele, Leben und Glück.

Aber nicht nur die Tiere verzauberten mich, sondern auch die Familie von Guillaume. Seine redelustige, leicht verrückte, sehr liebenswerte Schwester, seine Mutter, die uns sofort ins Herz geschlossen hatte und uns rundum verwöhnte und sein Papa, der uns freundlich in die Arme schloss. Aber auch der Rest der Familie, die wir kennenlernen durften und die alles dafür taten, uns das perfekte Wochenende zu bescheren.

Samstag fuhren wir mit Guillaumes Schwester nach Aix, um dort auf den Markt zu gehen.
Auf diesem gibt es alles, was das weibliche Herz begehrt: Mode, Schuhe, Taschen und ganz viel Essen. Meine persönliche Ausbeute waren Espadrilles für 5€ und eine köstliche Himbeermarmelade.
Nachdem wir uns mit frischen Leckereien eingedeckt hatten, ließen wir sie uns bei einem Picknick im Parc Jourdan schmecken bei strahlendem Sonnenschein.

Nach dem kleinen Päuschen setzten wir unseren Stadtbummel fort und aßen genüsslich ein Eis und holten uns den ersten Sonnenbrand der Saison.

Sonntag fuhren wir dann nachmittags nach Marseille nachdem wir vormittags den Markt von Vinon gesehen hatten.
Zuerst ging es an den Strand, der zwar wegen dem perfekten Wetter überfüllt war, aber wir uns trotzdem wie kleine Kinder freuten das Meer zu sehen. 
Danach besuchten wir die Basilika Notre Dame de la Garde, die auf einem Hügel über der Stadt liegt und von wo man einen atemberaubenden Blick hat. Die Kirche selbst ist ganz im Seefahrtsstil gehalten: Es hängen Modellboote von der Decke, Bilder von Schiffen an den Wänden und ein Mosaik eines Segelboots schmückt den Altarraum. Diese Kirche ist allen Seefahrern als Schutzkirche gewidmet. 
Eigentlich wollten wir noch einen Kaffee im Viertel Vieux Port trinken, aber wegen dem Fußballspiel von Olympique Marseille gegen Paris war die Innenstadt zu voll, um einen Parkplatz zu finden. Deshalb fuhren wir wieder nach Vinon und genossen dort den Rest des Nachmittags in der Sonne. 
Den Ostermontag verbrachten wir bei Guillaume zu Hause, wo sich die komplette Familie zum gemeinsamen Osteressen einfand. Wir wurden von allen so bezaubernd aufgenommen und fühlten uns direkt wie Mitglieder dieser riesigen, liebenswerten Familie. 

Ich kann mich gar nicht genug für dieses tolle, sonnige, unvergessliche Wochenende bedanken! DANKE an unsere Mitfahrgelegenheiten, die uns zum Lachen und sicher von A nach B brachten; DANKE an Guillaume, dafür, dass er trotz seiner chaotischen Art dieses Wochenende ermöglicht hat; DANKE an meine Mädels für die beschte Reisebegleitung, DANKE an den Wettergott für so viel Sonnenschein und DANKE an die Familie und ihre Tiere, die uns so lieb aufgenommen haben und uns die Sonne ins Herz gebracht haben!
Wir kommen gerne wieder! 


Sonntag, 5. April 2015

Joyeuses Pâques!...

Frohe Ostern an alle!

Da es jetzt dank meiner Mitbewohnerin Marie auch auf unserem kleinen Balkon das Blühen begonnen hat, wird es wirklich Zeit für Ostern.

Ostern heißt für mich in Deutschland normalerweise: Sehr früh aufstehen, ich die Kirche schlurfen und danach ein ausgiebiges Osterfrühstück mit der ganzen Familie genießen. Natürlich darf auch die Eiersuche nicht fehlen, denn der Osterhase hat sich die Mühe ja schließlich nicht umsonst gemacht.

Dieses Wochenende feier ich mein erstes Osterfest auf französischen Boden. Die ganze WG fährt in den Süden, zur Familie eines Kommilitonen in der Nähe von Aix en Provence und Marseille.
Was dieses Wochenende für Überraschungen und Abenteuer bringt, könnt ihr dann hier nachlesen.

Bis dahin genießt die Osterzeit und den beginnenden Frühling (trotz Orkanböen und Regenwetter)!

Montag, 23. März 2015

Un voyage dans le passé...

Eine Reise in die Vergangenheit- Schloss Chenonceau.

Diese Reise begann bereits als wir uns am Samstagmorgen mit zwei historischen Modellen französischer Autos auf den Weg zum Schloss begeben wollten. Wir waren schon am Vortag mit diesen ohne Probleme von Clermont nach Luçay le Mâle, einem kleinen Ort auf dem Land gefahren, um den Geburtstag einer Freundin zu feiern.
Als wir nun am Samstag die Autos starten wollten, machte uns der Renault Twingo einen Strich durch die Rechnung, indem er einfach nicht ansprang. Nachdem wir dann mithilfe aller Nachbarn beschlossen hatten, dass die Batterie kaputt war und das Auto in die Werkstatt musste, überraschte uns die Autobesitzerin mit der Feststellung, dass die altmodische Zentralverriegelung das Auto vor Diebstahl sichern wollte. Als wir diese dann gelöst bekamen, sprang die Karre ohne Mucks an.
Diese Hürde gemeistert, fuhren wir 40 Minuten durch die Pampa an Kühen vorbei und durch kleine Orte hindurch. Schon hier fühlten wir uns ein bisschen in der Zeit versetzt, weil es oft weit und breit nur einen Bauernhof gab und sich die Menschen selbst durch ihre Landwirtschaft ernährten.

Dank Navi kamen wir dann auch bei Schloss Chenonceau an.
Leider meinte es der Wettergott anfangs nicht so gut mit uns, Regenwolken verdeckten den Himmel und wir entschieden uns erstmal ein nettes Café im kleinen Örtchen zu suchen, um nicht festzufrieren. Nachdem wir in einer niedlichen Boulangerie fündig geworden waren und wieder unternehmungslustig waren, machten wir eine kleine Tour durch den Ort, der aus einigen historischen Wohnhäusern und Hotels in verschiedenen Preisklassen bestand.

Dann ließ sich die Sonne doch noch für einige Zeit blicken und wir besichtigten Schloss und Gärten. Zu dieser Jahreszeit bekommt man in den Gärten leider noch nicht so viel geboten, aber man kann sich vorstellen, wie es im Frühling sprießen und blühen wird.
Außerdem sind alle Räume im Schloss mit Blumen geschmückt und in mehreren Zimmern brennt ein Feuer, sodass man sich richtig vorstellen kann, wie die Menschen in diesem Schloss gelebt hatten.

Wir begaben uns auf die Spuren von Königin Catherine de Médicis, die auch ein wichtiger Charakter in der Serie Reign ist. Dieses luchste das Schloss ihrer Rivalin, der Mätresse des Königs Diane de Poitiers ab, die es ursprünglich von Henri II geschenkt bekommen hatte. Während der Revolution geherrbergte es Louise Dupin, die verhinderte, dass es von Revolutionären zerstört wurde. Auch während der beiden Weltkriege spielte Chenonceau eine wichtige Rolle: Im Ersten Weltkrieg wurden dort über 2000 Kriegsverletzte geheilt und im Zweiten Weltkrieg bildete es eine Brücke zwischen der besetzten und der freien Zone, die viele Anhänger der Résistance nutzen, um Angehörige von der besetzten in die freie Zone zu schmuggeln.
Diese Geschichte und ihre Akteure prägten das Schloss und verleihen ihm sein majestätisches Flair, die einen sofort einnimmt, wenn man durch das Eingangstor tritt.

Das Schloss selbst ist eine Brücke über den Fluss Cher. Die historische Küche ist in den Sockeln der Brücke gebaut. Die Lieferungen für die Küche wurden direkt vom Fluss aus über eine Treppe in die Küche gebracht, um lange Botengänge zu vermeiden. In der Küche kann man antike Töpfe und sogar Kuchenformen sehen und im Küchenwörterbuch findet sich die Definiton von Bretzel.

Die Galerien über der Brücke im ersten und zweiten Stockwerk nutzte Catherine de Médicis, um pompöse Feste zu feiern und dem ganzen französischen Hof ihr Schloss zu präsentieren.
Anschließend nutzten wir das bisschen Sonnenschein noch, um uns vor dem Schloss in Szene zu setzen und um im riesigen Park des Schlosses spazieren zu gehen, Enten zu beobachten und Esel zu streicheln.

Donnerstag, 19. März 2015

La folie verte...

St. Patrick's Day in Clermont-Ferrand.

Am Dienstag, 17.03.2015, wollten wir also in unserem irischen Stammpub hier in den Clermont-Ferrand den größten irischen Feiertag begießen. Aber nicht nur im Irish Pub, sondern auch in jeder zweiten Bar in der Innenstadt gab es einen St. Patrick Mottoabend.
Weil wir einen guten Platz ergattern wollten, machten wir uns schon um 20 Uhr auf den Weg zum Pub. Leider waren wir nicht die Ersten. Ungefähr 100 feierwütige, mit grünem Bier bewaffnete Kobolde (Leprechauns) warteten schon vor dem Eingang der Bar. Die Menschenmassen und die Hitze in der Bar brachten uns fast dazu zu kapitulieren, aber wir entschieden uns dann doch eines dieser ominösen, grünen Biere zu probieren. Zum unserem Glück gab es zu deiner Spezialität einen original St. Patrick's Day Hut dazu. Das Bier an sich war ziemlich eklig, aber erfüllte seinen Zweck nämlich uns in die richtig irische Stimmung zu bringen, in der wir dann auch bis 5 Uhr morgens waren.
Wir trafen Menschen aus aller Welt, tanzten zu irischen Klängen, tranken noch mehr grünes Bier, fanden Freunde, streichelten Hunde, zogen weiter, wurden vollgeschüttet, tanzten Buschtanz, gaben uns der verrückten Stimmung hin und kehrten zufrieden nach Hause zurück.

Ich muss sagen es war das allererste Mal, dass ich St. Patrick's Day in meinem Leben gefeiert habe und ich bin sehr zufrieden mit dem Spektakel, das ich in Clermont erleben durfte. Und das war mir den Katertag danach auf jeden Fall wert.

Sonntag, 15. März 2015

Un weekend plus ou moins paresseux...

Ein mehr oder weniger faules Wochenende.

Heute bin ich faul, heute bleib ich daheim, den ganzen Tag im Schlafanzug, im Bett. Ich mache einfach nichts.
Den ganzen Freitag lang nahm ich mir vor mein letztes, freies Wochenende bevor wir so viele Trips und Events vor uns haben einfach richtig faul zu sein. Freitagabend war schon der perfekte Start: Faul mit bestellter Pizza vor dem Fernseher.
Samstag- 9 Uhr und ich hellwach und komischerweise motiviert. Erstmal Frühstück gemacht und ab vor den Computer. Ein morgendliches Skypedate mit meiner Freundin Lena, meinem Rotschopf, der sich gerade in Bangkok die Sonne auf die Seele scheinen lässt. Gut steht ihr die leichte Bräune, die Sommersprossen und das Grinsen, wenn sie von ihren neuen Erlebnissen schwärmt.
Schon jetzt macht sie mir Lust ins Flugzeug zu steigen und das alles mit meinen eigenen Augen zu sehen- drei Monate muss ich noch warten.
Dann machte ich mich jetzt noch motivierter an meine Uniarbeit.
Und schon nach der ersten Minute merkte ich wie die Motivation schwand. Also erstmal Einkaufen.
Nicht einer meiner schlausten Ideen. Samstagmittag, hundert Menschen, Anakonda-Warteschlange an der Kasse- hätte ich mal meinen Plan verwirklicht.

Endlich wieder im sicheren Heim zauberte ich mir erstmal eine Gnocchi-Zucchini Pfanne mit Tomaten und Schafskäse (gefunden auf chefkoch.de).
Frisch gestärkt machte ich mich dann an meine nächste Küchenherausforderung:

Erdnussbutter-Cookies ganz ohne Zucker.
400g Erdnüsse schreddern und mit einem Esslöffel Öl zu einer großen Masse verrühren. Dann in den Kühlschrank stellen. In der Zwischenzeit 150g Mehl, 100g gehackte Rosinen, 100g gemahlene Mandeln, 2 Teelöffel Zimt und einen halben Teelöffel Backpulver vermengen. 75g Butter mit einem Ei und der Erdnussbutter verrühren und nach und nach die Mehlmischung dazugeben. So viel Milch hinzufügen, dass es eine dicke Pampe wird. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Cookies auf einem Bech mit Backpapier zuerst als Kügelchen formen und dann auf eine Dicke von circa 5mm zusammendrücken. Das ganze für circa 10-15 min in den Ofen und.. Voilà!
Für alle denen die Cookies nicht süß genug sind: Nutella drauf hilft immer ;)


Nachdem ich mein Backvergnügen erfolgreich beendet hatte, gingen wir abends noch in das Konzert des Chœur de Chambre von Clermont-Ferrand, bei dem auch zwei unserer Kommilitoninnen und eine unserer Dozentinnen mitwirkten.

Heute Morgen stand ich wieder um 9 Uhr auf, um noch mein letztes Referat, das ich in nächster Zeit auf französischem Boden halten werde, fertig zu machen und mich mit meiner Mitreferentin zu treffen. Wieder nichts mit dem "Ich geh heute nicht vor die Tür"-Vorsatz.

Jetzt sitze ich in Jogginghose vor meinem Computer, schreibe meinen Blog, ziehe mir danach noch eine Folge irgendeiner Serie rein und genieße die faule Seite des Wochenendes. Ich geh heute nicht mehr raus, jetzt bin ich faul, ich zieh nur noch den Schlafanzug an und mache einfach nichts.

Dienstag, 10. März 2015

Les enfants du miracle...

Zwei Wunderkinder in Paris.

Fashion Week in Paris mit Karlie KlossOlivia Palermo und vielen mehr...
Karlie Kloss und Model-Kollegin Lily Donaldson
Olivia Palermo
Die Bilder stammen alle von der Kamera meiner Freundin Sophi, mit der ich dieses Erlebnis auch teilen durfte. Aber bevor ich jetzt lange herumrede, fange ich gleich mal an zu erzählen, wie es denn dazu gekommen ist.
Sophi und ich trafen uns Freitag in der französischen Hauptstadt, um diese gemeinsam unsicher zu machen. Letztendlich wurde es ein Schlemmertrip. Von Falafel, über Eis auf der Île Saint-Louis (das beste und teuerste Eis Paris), hin zu Schokopudding, belegten Baguettes, Mac n' Cheese-Sandwiches und Pains au chocolat war alles dabei.

Wir nutzten das Fashion Week-Flair der Stadt und entdeckten so das Büro von Wunderkind (wo gerade die Castings für Wolfgang Joops Show stattfanden) und rannten an jeder Ecke in Hungerhaken, die wir ganz klar als Models identifizierten.
So kam es also auch, dass wir uns am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein in den Jardins des Tuileries vor dem Zelt der Elie Saab Show aufhielten.
Da wir uns Plätze in der ersten Reihe hinter der Absperrung sichern konnten, erlebten wir das Treiben vor der Fashionshow hautnah mit. Hier trafen sich die Reichen und Schönen mit den Journalisten, der prestigereichsten Magazine. Hier gab Olivia Palermo, Chiara Ferragni die Klinke in die Hand.
Chiara Ferragni
Jeder versuchte zu glänzen, aufzufallen. Wir bekamen die skurrilsten Dinge zu sehen: Willy Wonka, einen kunterbunten Turban, Schuhe wie von Hermes dem Götterboten, den Freund eines Models, der einfach an der Absperrung vorbei marschierte oder auch einfach Gäste, die zufällig ihre Einladung vergessen hatten (das hatten wir natürlich auch).
Interessant war es schon diesen Menschen zuzusehen, aber man stellt sich schon immer die Frage:
Ist das schön? Ist das Kunst?
Zumindest ist es eine Form von Selbstdarstellung und von Meinungsfreiheit.

Und wir bekamen ein paar der schönsten Frauen der Fashion Week zu Gesicht.
Eine Auswahl von hübschen Gesichtern bei Elie Saab
Unsere kulinarische Reise ging dann weiter nach Clermont, wo wir auch abgesehen vom Essen eine sehr schöne Zeit zusammen verbrachten. 
Jetzt ist Sophi wieder weg, ich bin auf Diät und das Feriengefühl ist vorbei. Trotzdem hatten wir eine tolle Zeit in Paris und werden unsere "Bekanntschaften" nie mehr vergessen.