Samstag, 2. März 2019

Vienne - une experience touristique...

Ich war bereits im Dezember 2017 in Wien, wie man auch auf dem Blog nachlesen kann.

Diesmal war in der Österreichischen Hauptstadt eine Reunion mit meinen liebsten Studiumsfreunden geplant. Natürlich stand dieses Wiedersehen im Mittelpunkt und war mein absolutes Highlight. 

Da es für manche von uns das erste Mal in der Stadt war, musste natürlich das Touri-Programm abgearbeitet werden. Ich dachte mir, ich fasse hier mal zusammen welche Touri-Orte sich meiner Meinung nach (auch für den Preis) lohnen und welche man sich lieber zweimal überlegen sollte: 
  • Die Wiener Staatoper: Hier kann man mehrmals täglich einer Führung durch die Räumlichkeiten machen und sogar hinter die Kulissen schauen. Man lernt viel über die Arbeit, die hinter einer Inszenierung steckt, den Opernball und das Gebäude an sich. Hier hat man als Student einen preislichen Vorteil, der wirklich ins Gewicht fällt.                                                   Preis-Leistung: TOP
  • Die Österreichische Nationalbibliothek - Prunksaal: Man fühlt sich versetzt in das Märchen "Die Schöne und das Biest", sobald man den Prunksaal betritt. Die Deckengemälde sind beeindruckend und die deckenhohen Regale voll mit vergoldeten Buchrücken lassen das nostalgische Herz höher schlagen. Auf Tafeln lernt man ein paar allgemeine Infos zum Buchdruck in der jeweiligen Epochen.                                               Preis-Leistung: OK
  • Schloss Schönbrunn: Sissi und ihr Kaiser Franzl sind natürlich für jeden Wien Besucher ein Highlight. Das erste Mal, als wir mit meiner Familie in Wien waren, wollte klein Vicky alles machen, rund um die Kaiserin und ihr Leben am Wiener Hof. Die Führung durch Schloss Schönbrunn machte ich bereits bei meiner Reise 2017 nach Wien. Ich fand sie gut, aber auch nicht besonders. Der Preis ist wie für alle Attraktionen dieser Art sehr hoch. Das Kombi-Sissi-Ticket ist zu empfehlen, wenn man sowohl Schönbrunn, als auch die Hofburg machen möchte.                                                                                                   Preis-Leistung: OK
  • Wiener Hofburg: Die Tour der Wiener Hofburg setzt sich aus dem Sissi-Museum, den Kaiser-Apartments und der Silberkammer zusammen. Wir waren leider schon ein bisschen spät dran, sodass wir die Silberkammer nicht mehr besuchen konnten. Für das Sissi-Museum und die Apartments bekommt man einen Audio-Guide. Ich bin kein Fan von diesen, aber er war interessant gestaltet. Man muss sich darauf einstellen, dass man sich mit vielen anderen Besuchern durch die Räume quetschen muss. In den Apartments wurden Renovierungen durchgeführt, sodass wir leider nicht alle Räume vollständig sehen konnten.                                                            Preis-Leistung: OK
  • Café Demel: Die Kaffeehäuser gehören natürlich auch zu den Wiener Touristen-Magneten. Bei keinem meiner Besuche habe ich bisher die Muse empfunden mich vor dem Café Central in die Schlange zu stellen. Auch das Café Demel ist eines dieser Cafés, wo man ein bisschen länger auf seinen Tee für 6 € wartet und den Apfelstrudel für 7 € genießt. Aber dafür in royalem Ambiente.                                                                         Preis-Leistung: OK- BAD
  • Café Sperl: Mein absolutes Lieblings-Kaffeehaus, weil es sich ein bisschen weg vom Zentrum im Neubau-Viertel vor den Touris versteckt. Hier trifft man noch auf die richtigen Wiener, die sich hier zum Sonntagstratsch treffen. Das Dekor lässt einen eine kleine Zeitreise in ein Wien der 20er Jahre machen und die Kuchen sind sehr lecker. Daher leider auch schnell ausverkauft, also am Wochenende lieber früher Kaffeetrinken gehen.                 Preis-Leistung: OK
  • Wiener Riesenrad: Das Riesenrad im Prater wollten wir eigentlich alle noch machen, bevor wir Wien verließen. Als wir die Preise von 12 € für eine Fahrt sahen, entschieden wir uns jedoch um. Sogar auf dem Münchner Oktoberfest ist das Riesenrad günstiger als hier und daher sollte man sich das Geld lieber für eine Sachertorte oder die nächste Maß auf der Wiesn sparen.              Preis-Leistung: BAD
  • Die Spanische Reitschule: Ich muss vielleicht dazusagen, dass mich Pferde nicht begeistern. Aber auch unabhängig davon, hätte ich mir vom Morgentraining mehr erwartet. Für einen stattlichen Preis von 15 € (10,50 € für Studenten) kann man beim morgendlichen Training zusehen und mit Glück auch ein paar beeindruckende Sprünge bzw. Kunststücke sehen. Man lernt ein bisschen über die Dressur, die in der Reitschule gelehrt wird und die Lipizzaner. Insgesamt ist der Preis aber zu teuer, für das was geboten wird.                                                Preis-Leistung: BAD
Besonders schön sind auf jeden Fall die Straßen und Hausfassaden in Wien, die es gratis dazu gibt. 

Freitag, 9. November 2018

Milano - la ville de la mode et la bouffe...

Mailand - Stadt der Mode und des Essens. 

Gestern Abend bin ich wieder aus Mailand gelandet. Ich war dort für 4 Tage mit meinen zwei besten Freundinnen. 
Das Erste woran ich dachte, als ich gestern Abend müde und glücklich in meinem Bett lag, war einen Blogpost über diese Zeit zu schreiben. Endlich einmal wieder schreiben. 
Die Reisen habe ich schon gemacht, auch die letzten Monate. Ich war in Paris, in Berlin, in Südfrankreich, aber die Zeit gefunden, ausführlich darüber zu berichten, habe ich leider nicht. 
Diese Woche habe ich Urlaub. Und ich bleibe davon 2 Tage tatsächlich mal in München. Eine richtige Staycation. Ich weiß nicht wann ich das zum letzten Mal gemacht habe. 
Und nun sitze ich hier auf meiner Ein-Personen-Couch und schreibe. Das fühlt sich gut an. 

Am Donnerstagabend starteten wir unseren Kurztrip. Nach einem kurzweiligen Flug und einer genauso kurzweiligen Busfahrt ins Stadtzentrum, kamen wir spätabends in unserem Hostel an. Das "Babila Hostel" liegt circa 7 Gehminuten vom Mailänder Dom entfernt und ist wirklich empfehlenswert. Super sauber, freundliches Personal, große Zimmer. Bis auf mein quietschendes Bett, war alles perfekt.
Wenn man so lange befreundet ist wie wir, sich aber so selten sieht, hat man natürlich viel zu erzählen. Also verbrachten wir den Abend quatschend und lachend im Zimmer, bis sich das Nebenzimmer bemerkbar machte und wir das Licht ausknipsten. 

Freitag ließen wir entspannt angehen. Nach dem (für italienische Verhältnisse) reichhaltigem Frühstück brachen wir in Richtung Dom auf. Zusammen mit unzähligen anderen Touristen schossen wir auf der Piaza de Duomo das obligatorische Erinnerungsfoto.
Danach folgte der ebenfalls obligatorische Besuch der Galerien Vittorio Emmanuele II, die sehr schön, aber kleiner als erwartet waren.  
Da das Wetter zwar viel besser als vorhergesagt, aber trotzdem bewölkt mit einzelnen Schauern war, entwickelte sich der Freitag zu unserem Shoppingtag. In Mailand gibt es kein Geschäft, das es nicht gibt. Die Stadt ist nicht umsonst Italiens Mode-Hauptstadt
Unser Tourguide Sophi führte uns anschließend ganz zuverlässig in das Künstlerviertel Brera, das eines der schönsten der Stadt ist. Hier merkt man umso mehr, dass man in Italien ist. Kleine, pittoreske Gassen reihen sich an altertümliche Prunkbauten.
Im Obicà wurden die vom Shopping hungrigen Mägen mit Burrata aus der Mozzarella Bar gestärkt und der erste Vino bzw. Spritz des Trips gezapft. Für unser selbstgetauftes Team Genuss gab es auf diesem Trip mehrere kulinarische Highlights, aber das Obicà war definitiv eines davon. Hier kann man aus einer Vielzahl an Burrata und Mozzarella Bufala Sorten wählen und dazu frisches Brot oder Focaccia genießen.

Gegen Nachmittag gönnten wir uns im Palazzo di Brera noch ein bisschen Kultur. Ich fand besonders die anschaulichen Figuren der männlichen Skulpturen interessant, aber eigentlich ist das Museum für seine Gemäldesammlung berühmt. Vor allem das Café ist sehr schön in diesem Museum und die Bibliothek ebenfalls einen Blick wert. Man kann sogar versuchen sich durch das Café ins Museum zu mogeln, was wir natürlich nicht getan haben.
Nach einer kurzen Entspannungspause im Hostel lechzten wir nach Pasta. Kein besserer Ort als 400m vom Hostel entfernt: Das Miscusi. Die Karte besteht praktisch nur als Pasta Varianten und man kann sich dazu seine präferierte Sauce aussuchen. Die Pasta ist hausgemacht und wahrscheinlich die besten Nudeln, die ich je gegessen habe. Dazu gab es natürlich Vino.
Also wir zurück ins Hostel kamen, war der Karaokeabend gerade dabei kläglich zu verenden, was wir als Musikliebhaber natürlich nicht zulassen konnten. Also gaben wir zum besten, was uns am besten liegt:  "Crazy" von Gnarls Barkley. Und vielleicht die ein oder andere Zugabe, auch für unsere französischen, deutschen und alle anderen Fans.

Samstag begrüßte uns mit Regen, weshalb wir entschieden mit der Tram Richtung "Navigli" zu fahren und die "Armani Silos" zu besichtigen. Neben der umwerfenden Armani Mode aus den letzten Jahrzehnten, kann man hier aktuell eine Fotoausstellung von Sarah Moon bewundern. Auch die in gold gehaltene Toilette und die schnieken Museumsmitarbeiter in Armani Anzügen waren durchaus sehenswert. Das Museum ist außerdem nicht so berühmt wie z.B. das Museo del Novecento und daher muss man sich hier nicht mit Touristenmassen um den Platz streiten.
Zum Mittagessen gingen wir in die "Via Tortona", einer schönen Gasse mit niedlichen Cafés und Boutiquen. Im "Belledonne Bistrot" erlebten wir ein weiteres kulinarisches Highlight unseres Trips mit Gambas-Pasta, Gnocchi in Hasenragout und Kürbisrisotto. Dem Wunsch unseres Kellners bald wiederzukommen, werden wir nur zu gerne nachkommen.

Den Abend verbrachten bei Aperitivo ebenfalls in Navigli. Im Mag Café konnten wir an der Bar sitzend den Barkeepern beim Mixen zuschauen und noch den ein oder anderen Handgriff lernen. Die Snackteller mit v.a. Wurst, Schinken und ein bisschen Käse werden dank hervorragendem Service rasend schnell nachserviert. Am Wochenende sollte man nicht zu spät nach Navigli kommen, denn die Bars am Ufers des Kanals im "kleinen Venedig" Mailands füllen sich sehr schnell mit den Touristenmassen.

Sonntag brachen wir in den Morgenstunden Richtung Como am Comersee auf. Mit dem Zug braucht man eine gute halbe Stunde bis dorthin und zahlt zwischen 5-15€ pro Fahrt, je nachdem welchen Zug man erwischt.
Como selbst ist ein ganz nettes Örtchen. Den schönsten Blick auf den See hat man aber von Bellagio, weswegen wir entschieden dorthin eine Bootstour zu machen.
Für 10 € schippert man circa 2 Stunden auf dem See und kann den Blick auf die Prachtbauten, die Villa von George Clooney (nicht sicher, ob sie es tatsächlich war) und Alpenpanorama genießen. Bellagio ist ein sehr süßes, kleines Dörfchen, ein bisschen am Hang gelegen, in dem man gut Spazieren gehen kann. Nach der Bootsfahrt waren wir hungrig und suchten nicht lange nach einem Restaurant. Hier reiht sich natürlich eine Touristenfalle an die nächste, aber wir konnten uns über unsere Pizzen nicht beschweren. Nachdem wir noch die Seepromenade entlangspaziert waren, fuhren wir mit dem Bus zurück. Für empfindliche Mägen ist die Fahrt durch die Serpentienen nichts, aber da ich so geschafft war vom Tag, gönnte ich mir ein kleines Schläfchen auf der 1-stündigen Fahrt. Von Como ging es dann wieder mit dem Zug zurück nach Mailand, wo wir fix und fertig in unsere Hostelbetten fielen.

Montag waren wir nur noch zu zweit unterwegs, weil Lena bereits einen früheren Flug zurückgenommen hatte. Der  Start der neuen Arbeitswoche war aber in der ganzen Stadt extrem spürbar. Am Platz vor dem Dom, auf dem sich an den Tagen zuvor noch massenweise Menschen gedrängt hatten, war tote Hose. Wir konnten ungestört Richtung Castello Sforzesco laufen. Die riesige Festungsanlage überraschte uns in ihrer Weitläufigkeit und ihrer mittelalterlichen Architektur. Im Burggraben tummelten sich die Katzen und im Park hinter der Festung die Hundebesitzer. Insgesamt ein sehr schönes Ziel für einen Spaziergang mit großen Plus: In der Festung gibt es kostenlose, öffentliche Toiletten.
Nachdem wir uns nach Chinatown verirrt hatten (nicht sehenswert), steuerten wir nochmal Brera an für unser letztes Mahl in Italien. Mit Gnocchi in Tomatensauce und Bufala- Geschmack im Mund und im Herzen ging es zurück ins Hostel und wenig später auf den Weg zum Flughafen.

Dieser Trip war für uns alle drei eine willkommene Auszeit vom Arbeitsalltag und ein Fest unserer Freundschaft. Wie in der achten Klasse gackerten, sangen und tanzten wir durch die Straßen Mailands und machten so nicht nur die Einheimischen auf uns aufmerksam. Ich war überrascht wieviel Italien-Flair man so nah an zu Hause haben kann und wie sehr sich gutes Essen und guter Wein auf meinen Gemütszustand auswirken (sehr überraschend, ich weiß ;)).

Nach so einem Urlaub bin ich immer von unglaublich viel positiver Energie und Elan erfüllt.
Ich bin dankbar für meine Mädels. Für die Zeit, die wir schon zusammen hatten und die Zeit die noch kommt. Gewiss ist, dass wir uns nicht verlieren werden. Dafür sind wir zu sehr wie Schwestern, wie Familie. Dafür kenne ich jede Gefühlsregung, jede Unsicherheit, jedes Augenrollen, jede Träne, jedes Grinsen, jedes Lied und jede Erinnerung zu gut. Wir teilen nicht unser ganzes Leben, aber wir sind Teil unserer Leben. Wir haben Gemeinsamkeiten, die man sonst mit niemanden hat. Diesen Platz kann kein anderer einnehmen. Da wird immer ein Platz auf der Parkbank sein, der nur für uns reserviert ist.
Ich bin gespannt in welche Stadt es unser Team Genuss das nächste Mal führt.
Ich weiß, es wird fantastisch.

Dienstag, 7. August 2018

Washington DC - une captiale extraordinaire...

Es ist jetzt schon über einen Monat her, dass ich über den großen Teich geflogen bin. 
Nach dem Motto "besser spät als nie" will ich natürlich auch über den dritten Stop auf meinem Trip berichten. 
Ich konnte natürlich nicht die amerikanische Ostküste besuchen, ohne Stop in Washington DC.
Zum einen muss man sich ja, wenn man schonmal da ist, die Hauptstadt anschauen und zum anderen lebt hier mein geliebter Mitbewohner aus Brüssel Aaron (Shoutout to Aaron). 
Ihm und einer nicht ganz nüchteren, nächtlichen Facetime-Aktion verdanke ich diese Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. 

Mit dem Nachtbus ging es also von Boston nach Washington DC. 
Ich würde diese Fahrt nicht empfehlen, wenn man in Bussen nicht schlafen kann. Da ich glücklicherweise überall ein Auge zumachen kann, war die Fahrt für mich relativ kurzweilig. 
Angekommen in DC erschlug mich erstmal die Hitze. In Boston hatte es die Tage davor auch schon ca. 30°C aber in DC waren es gleich 34°C plus sehr hohe Luftfeuchtigkeit. 
Nach dem freudigen Wiedersehen mit Aaron und einem kurzen Lunch machte ich mich auf meine Tour durch Washington.
Hier meine Liste der Aktivitäten des ersten Tags:

  • White House

Kleiner als erwartet, aber selbstverständlich einer meiner ersten Anlaufpunkte in Washington. Das Weiße Haus ist Mythos und Realität zugleich. Ich würde mir nur wünschen, dass endlich Fitzgerald Grant (Scandal) hier tatsächlich einzieht, anstatt der Witzfigur, die aktuell dort haust. 

  • National Mall West: Lincoln Memorial, Gedenkpark Vietnam Veteranen, Reflecting Pool, Washington Monument 

Im Schneckentempo bewegte ich mich voran und gönnte mir so viele Schattenpausen wie möglich. Obwohl es wahrscheinlich verboten ist, hielt ich meine Füße in das kühle Nass des „Reflecting Pools“ und fand schnell Gleichgesinnte. Nach mehrstündiger Tour zog es mich in die Kälte und ich genehmigte mir einen viel zu süßen, gefrorenen Drink bei Starbucks. Ein wahrer Vorteil dieser Kette ist ihr WLAN, das wirklich gute Verbindung bietet und überall verfügbar ist.

Auf meinem Amerikatrip entschied ich mich eine Social-Media-Detox Zeit einzulegen, ganz im Gegensatz zur Kultur, in der ich mich befand. Lediglich eine halbe Stunde pro Tag verbrachte ich auf WhatsApp, Instagram & Co. Es tat mir wirklich gut diese handyfreie Zeit auszukosten und noch mehr Zeit für mich zu haben. Kaum zu Hause habe ich diesen guten Vorsatz schon wieder über Bord geworfen. Vielleicht sollte man öfter in ein Land ohne kostenfreies Roaming verreisen..

Den ersten Abend verbrachten Aaron und ich in der Küche, vor allem meine Wenigkeit. Der Mann konnte schon in Brüssel nicht kochen und übernahm vor allem Schneidarbeit. Nach dem guten Essen gönnten wir uns noch ein bisschen Quality Time mit Klimaanlage in Aarons sehr cooler Wohnung bzw. Haus in Farragut, nur 15 Minuten entfernt vom mächtigsten Mann der Welt. 



Zweiter Tag:

Aaron musste arbeiten also starteten wir zwar gemeinsam in den Tag, aber unsere Wege trennten sich nach einem schnellen Frühstücks-Smoothie.

Für mich stand ein touristisch, erkundungsreicher Tag bevor.

  • National Mall East: Spaziergang Madison Drive, Capitol Tour

Die National Mall ist eine lange, sehr breite Allee die sich im Westen und Osten des Washingtion Monuments erstreckt. An der westlichen Spitze, die ich am Tag davor besichtigt hatte, befindet sich das Lincoln Memorial, an der östlichen das Capitol, mein heutiges Ziel.

Am östlichen Teil der Mall reiht sich ein Museum an das nächste und für alle ist der Eintritt frei. So auch für das Capitol. Nach Sicherheitscheck wie am Flughafen holte ich mir meine Eintrittskarte ab und wurde direkt einer Gruppe zugewiesen. Die erste Einführung in die Geschichte des Capitols, des Congress und der amerikanischen Politik ist ein Image-Film, der nicht patriotischer und melancholischer sein könnte. Einfach typisch USA.

Die Tour durch das Gebäude ist sehr beeindruckend und interessant gemacht. Ich war die einzige Nicht-Amerikanerin in meiner Gruppe. Hatte also als einzige keinen Homestate, für den es eine Statue berühmter Söhne oder Töchter gab und konnte nach der Führung nicht meinen Senator besuchen. Aber ich hatte die Möglichkeit hautnah dem amerikanischen Patriotismus beizuwohnen und Menschen aus dem ganzen Land zu treffen.

  • Botanischer Garten

Nach dieser einstündigenm klimatisierten Tour wurde ich draußen wieder vom Wetter erschlagen und entschied mich bei diesen ohnehin tropischen Temperaturen in den Botanischen Garten zu gehen. Dieser befindet sich am Fuße des Capitol Hills und ist eine kleine Oase der Ruhe, wo ich mich auf einer Bank niederlies und ein bisschen in meinem Buch schmökerte. 

  • Mittagessen bei Oyamel

Vom Hunger getrieben, folgte ich einer Empfehlung von Aaron. Dieses mexikanische Restaurant ist vermutlich nicht das günstigste der Stadt, aber ich war begeistert von der Vielfalt und Kreativität der Speisen. Zunächst skeptisch wurde ich von meinem Hühnchen in Schokoladensauce positiv überrascht. Während ich beim Mittagessen saß, ging draußen die Welt unter. Ein tropischer Regen verwandelte die Straßen in kürzester Zeit in Bäche und mein Mittagessen in eine längere Angelegenheit. Nach einer halben Stunde, in der ich nur hoffte, dass der Regen endlich weniger würde, musste ich einsehen, dass dies erstmal nicht passierte.

Glücklicher Zufall also, dass ganz in der Nähe die National Portrait Gallery war.

  • National Portrait Gallery (Presidents' Portraits)

Ich verbrachte also den ganzen Nachmittag damit mir die Portraits der 44 Präsidenten (wobei 22 und 24 der gleiche waren #funfact). Zum Glück war noch keines des aktuellen zu bewundern und Barack Obama der letzte, vor dem anscheinend alle ein Foto machen wollten. So auch meine Wenigkeit, die ganz offiziell ein großer Fan des ehemaligen Präsidenten ist.

  • Aarons Geburtstag: 14th Street, Barcelona, Whiskey Bar

Nachdem ich trocken zu Aarons Wohnung kam und ein kleines Schläfchen eingelegt hatte, war ich bereit mit meinem Host in seinen Geburtstag zu feiern. Glücklicherweise hatte ich Aaron überzeugt an seinem Geburtstag nicht zur Arbeit zu gehen. Den nächsten, freien Tag in Aussicht genehmigten wir uns einen Pitcher Sangria in der Wine Bar „Barcelona“ und ließen um 12 Uhr die Whiskey-Gläser in einer benachbarten Whiskey-Bar klirren. Aarons Wohnung liegt praktischerweise unweit der 14th Street, in der sich eine Bar an die nächste reiht, und in denen die Business-Leute abends ihr Feierabendbier genießen. 

Dritter Tag:

  • Radtour mit Aaron

Nachdem wir ausschliefen und uns einen selbstgemachten Brunch gönnten, mieteten wir uns Räder und starteten eine kleine Tour von Aarons Lieblingsecken in Washington. Zum ersten Mal in einer der drei Städte hatte ich einen lokalen Guide, der mir alle Insider-Tipps zeigen konnte.

  • Embassy Route, Obamas House

Unserem gemeinsamen Interesse für internationale Politik (immerhin haben wir beide ein Praktikum bei der EU gemacht, wenn Aarons auch cooler war als meins) geschuldet, zeigte mir Aaron zunächst die Embassy Route, auf der sich eine Botschaft an die nächste reiht. Ich sah sehr beeindruckende Gebäude und mit dem Rad ist es eine schöne Strecke zu fahren.

Mein persönliches Highlight war es herauszufinden wo die Obamas jetzt wohnen. Aaron plauschte sogar mit einem der Wachmänner des Secret Services, dem natürlich super warm und langweilig ist, beim Straßensperren den ganzen Tag. 

  • Georgetown: District Doughnuts, Kafe Leopold

„Das Beste kommt zum Schluss“ hatte sich Aaron gedacht und sich Georgetown als letzten Stop der Radtour aufgehoben. Hier genossen wir die Aussicht auf den Fluss, schlenderten durch die Gassen, schnabulierten einen Doughnut bei „District Doughnut“, wo ich nicht nur von den Doughnuts, sondern auch von der Kunst angetan war und genehmigten uns ein Geburtstags-Bierchen im deutschen Café „Kafe Leopold“. 

Bayerisches Bier, Spinat-Käsespätzle und 30°C, Aaron schwebte im 7. Geburtstagshimmel.



Nach dieser kulinarischen Freude wurden wir von Aarons Kindergartenfreund Chris abgeholt und verbrachten einen Teil des Nachmittags in seiner Wohnung. Danach fuhren wir per Uber durch den Feierabendverkehr zurück zu Aarons Wohnung, wobei wir mehr standen als fuhren. DC traffic is the worst.

Den Abend ließen wir mit Bier, (meiner Meinung nach) schlechter Pizza und guten Gesprächen ausklingen. Aaron hat in dieser Stadt inspirierende Menschen gefunden, die mich alle auf ihre eigene Art begeisterten und interessierten. Ob über Gun Control, Kindererziehung in Deutschland und in Amerika, Dr. Evil oder die allseits geliebten Belgier, über eigentlich alles konnte man in dieser Runde philosophieren und debattieren.

So sehr ich meine Zeit für mich auf diesem Trip genossen habe, desto mehr weiß ich wie wichtig mir die Menschen in meinem Leben sind. Und ob es ein Freund ist, den man seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hat, mit dem einen aber doch so viel verbindet, oder ein Mensch, den man gerade getroffen hat, der aus einer völlig anderen Kultur kommt, andere Dinge erlebt hat, aber einem doch so nahe sein kann, ist ganz egal. Ich weiß dann warum wir eine gemeinsame Sprache gefunden haben. Menschen sind soziale Wesen.

Kein Mensch ist eine Insel.

Ich bin damit gesegnet inzwischen Freunde überall auf diesem Planeten zu haben, die ich besuchen und an deren Leben ich teilhaben kann.

Vielen Dank Aaron für deine (Gast)Freundschaft. Ich hoffe das war Shoutout genug. Love you, fathead.