Sonntag, 17. November 2013

La culture pure..

Dieses Wochenende war ich nachdem ich die letzten Male fast immer heim gefahren bin, endlich mal wieder in Regensburg unterwegs.
Am Freitag hatte ich um 12 Uhr meine letzte Vorlesung, somit einen frühen Start ins Wochenende!!
Nachmittags beschloss ich endlich meine verpasste Samstagsvorlesung nachzuholen, was ich dann in einer Rekordzeit von 10 Minuten erledigte und den Rest des Nachmittags mit Film- und Seriengucken (meiner Lieblingsbeschäftigung) verbrachte.
Abends wollte ich dann mit ein paar Mädels aus dem Studiengang gemütlich was trinken gehen. Wir planten eigentlich das Picasso einmal auszuprobieren, aber da es Freitagabend war, konnte man dort fast nicht mehr atmen, weil so viele Menschen auf so engen Raum waren. Außerdem war die Musik auf Clublautstärke, d.h. Unterhaltungen ohne Stimmversagen ausgeschlossen!!
Also sind wir auf die Suche nach einer anderen Bar gegangen. Wir wurden auch prompt fündig.
Am Donauufer (Bushaltestelle Thurndorferstr.) befindet sich die Filmbühne Website der Filmbühne.

Bisher bin ich dort immer vorbeigegangen, fest davon überzeugt, es sei ein altes Retro-Kino. Es ist zwar retro, aber eine richtig coole Bar. Sie hat eigentlich zwei "Areas". Unten eine Art Tanzfläche mit vielen Stehtischen, im winzigen Nebenraum einen Kickertisch und oben gemütliche Sitzgelegenheiten. Wir konnten, weil wir relativ früh dran waren einen Platz in der Nähe der oberen Bar ergattern. Die Cocktails waren relativ stark, aber für den Preis von 6€ kann man das auch erwarten. Wie schon erwähnt kommt am Wochenende immer ein Preisaufschlag von 1-2€ drauf. Wir hatten dann einen sehr entspannten Mädelsabend und sind mit dem letzten Bus Richtung Heimat, denn wir hatten am Samstag noch viel vor.

Nachdem ich samstags das Ausschlafen ausgiebig genossen hatte, traf ich mich mit Ramona und Marie (aus meinem Studium), um Theaterkarten für die am Sonntag stattfindende Vorstellung von "The King´s Speech" im Regensburger Theater zu kaufen. Mit einem Gutschein, den wir am Anfang des Semesters in einer Openingtüte bekommen hatten, bekamen wir das Ticket für 7,50€. Danach sind wir noch durch die Gassen gebummelt und haben unseren Proviant für den Abend gekauft. Weil wir ja alle sehr frankreichbegeistert sind, wollten wir abends auf die French Disco im Sudclub gehen.

Das Vorglühen war aber mein persönliches Highlight. Wir trafen uns bei mir und machten Sissi-Saufen. Das Spiel besteht darin Sissi zu gucken und bei jedem Mal, wenn jemand "Majestät" sagt, zu trinken. Und wir tranken und tranken. Ich glaub ich habe mit Babyschlücken am Ende 5 Gläser Wodkafeige-Cola geleert und will mir nicht vorstellen, wie wir geendet hätten, wenn wir bei jedem Majestät gestamperlt hätten, wie es sich eigentlich gehört. Ich rate definitiv davon ab!
Gut gestärkt ging es dann zum Sudclub Website des Sudclubs

Auf dem Weg traf ich einen alten Bekannten, den Sophia (eine Freundin von Ramona, auch aus München)
 auch kannte und der mit seinem Freund unserer Partytruppe beitrat. Im Sudclub waren wir schon enttäuscht, weil sich die Musik absolut nicht französisch anhörte. 
Also erstmal aufs Klo.
Dieses befindet sich im Keller des Suds, in dem es richtig modrig riecht und dessen Decken soo verschimmelt sind, dass ich Angst hatte, sie brechen über mir zusammen. Ansonsten ist der Sudclub aber richtig gut zum feiern, weil er auch zwei Areas hat. Eine davon im Keller, wo dann auch die heißersehnte französische Musik gespielt wurde. Und hier erlebte ich dann auch meinen Kulturschock. Zum einen waren die Leute, die dort tanzten ungefähr so alt wie meine Eltern bis Großeltern (!) und zweitens war das eine völlig neue Art zu tanzen. Ich würde es jetzt mal mit "pogen" vergleichen, aber das trifft es auch nicht ganz. Ramona fasste es sehr treffend zusammen mit: "Vicky, ich hätte nicht gedacht, dass ich das heute noch sage, aber wir sind zu nüchtern für den Scheiß!" Und Marie, die zweisprachig in Frankreich aufgewachsen ist, feierte jedes Lied so wie alle anderen anwesenden Franzosen. 
Und ich war weiterhin geschockt, kannte nur einen winzigen Bruchteil der Lieder und entschied nach einer Weile einfach mitzumachen. Wir fanden in der springenden Menge dann auch jüngere Franzosen, die unter anderem aus dem dritten Jahr unseres Studiengangs waren und mit denen wir dann weiter feierten.
Das, was mich wirklich begeistert hat ist, dass es den Franzosen komplett egal war, wie sie bei tanzen aussahen und ob sie jemand schief ansah, sie feierten einfach die französische Musik, die laut Marie den deutschen Schlagern entsprach und absolut nicht cool war. Ich stellte mir dann aber vor wie ich abgehen würde, wenn in Frankreich deutsche Schlager oder bayrische Blasmusik gespielt werden würde und fand die Reaktion der Franzosen, dann doch wieder angemessen. 
In der oberen Area wurde "normale" Musik gespielt, die ich auch kannte und zu der wir so tanzten, wie es uns in dem völlig überfüllten Club möglich war. Kurz vor 2 Uhr wurde es dann immer besser und wir tanzten ausgelassen, bis das Licht anging und es hieß "Au revoir." Wir hatten leider nicht eingeplant, dass am Sonntag Volkstrauertag ist und im katholischen Bayern dann natürlich ein stiller Sonntag anbricht. Also nahmen wir dann spontan ein Taxi zurück zu mir und ließen dort die Party so lange weitergehen, bis die Youtubevideos immer blöder wurden und die Augen immer schwerer. 
Moi et les filles!

Kommentare:

  1. Salut Poulette Dingue!
    Danke für deine super Review! Was "French Disco" angeht, hast du völlig recht. Die Franzosen haben deren Party-Hits gefeiert, wie man das in Frankreich macht. Mitgröhlen, mitsingen, mitspringen! Französische "Schlager" waren das allerdings nicht unbedingt, man könnte es eher als "musiques de rue, oder "bon vieux rock" zum Teil bezeichnen. Klar waren die Tracks nicht cool für "normalos" (ich hätte auch Kavinsky oder Phoenix spielen können . leider war der Abend zu "kurz"), aber das war genau was die Franzosen an diesem Abend sich anhören und feiern wollten, und zwar "80er french-Trash", und es hat funktioniert! Besuch uns mal bei Gelegenheit in München, bei der "Tour de France"-Party in München!
    Schöne Grüße, DJ Y alias JY (Jean-Yves), der DJ!

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    1. Danke für den Kommentar ;)
      Jetzt bin ich schon stolz, dass der DJ von Samstag meinen Blog kommentiert hat :) Den Remix von "Alors on danse" fand ich übrigens richtig gut!! Ich werd auf jeden Fall kommen, wenn ihr in München seid.
      Schöne Grüße zurück!

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